conti_puncto_4-2024_ePaper
Familie
Was ist eine toxische Beziehung? | Schutz der Psyche
Gelegentlicher Streit und Konflikte gehören zu jeder Partner schaft dazu – psychische Gewalt aber nicht! Vielen Menschen ist jedoch nicht klar, dass sie in einer toxischen Beziehung zu einem Partner, Arbeitskollegen oder vielleicht sogar innerhalb der engsten Familie leben. Wie äußert sie sich?
„Er ist da eben ein bisschen schwierig“, lautet oft die Erklärung, die betroffe ne Menschen anderen, aber vor allem auch sich selbst geben. Etwa wenn der Partner wieder einmal besonders eifer süchtig oder verletzend reagiert oder seine narzisstischen Eigenheiten aus lebt. Kein seltenes Phänomen Kommt so ein negatives Verhalten re gelmäßig vor, spricht man von einer to xischen Beziehung. Seelische und kör perliche Gesundheit können dabei stark beeinträchtigt werden. Laut einer Um frage einer Online-Partnervermittlung war oder befindet sich aktuell jeder Dritte in Deutschland in einer toxischen Beziehung. Meist handelt es sich um Partnerbeziehungen, es können aber auch andere Verbindungen in der Fami lie, unter Freunden oder im beruflichen Umfeld toxisch werden. Das Problem ist geschlechterübergreifend: Frauen und Männer können Opfer sein – ins gesamt sind aber deutlich mehr Frauen betroffen.
Woran erkenne ich eine toxische Beziehung?
1. Kontrolle: Eine Person versucht, das Verhalten der anderen Person zu dominieren – etwa durch Vorschriften und Überwachung.
2. Manipulation: Durch emotionalen Druck, das Schüren von Angst oder Schuldgefühlen oder übertriebene Appelle an das Pflichtbewusstsein setzt eine Person die andere unter Druck.
3. Liebesentzug: Die Person verweigert Zuneigung, Anerkennung oder Liebe als Mittel der Bestrafung.
4. Herabsetzung: Statt liebevoller Unterstützung wird die Person entmu tigt. Es wird abwertende Sprache verwendet oder ein demütigendes Verhalten eingesetzt.
5. Eifersucht: Übermäßige Eifersucht und Misstrauen sind häufige Proble me in toxischen Beziehungen.
6. Unbeständigkeit: Unvorhersehbare Stimmungswechsel und emotionale Ausbrüche versetzen die andere Person in ständige Unsicherheit. Als Folge wird versucht, die kontrollierende Person permanent zufriedenzustellen.
7. Körperliche Gewalt: Im schlimmsten Fall entwickelt sich die psychische Gewalt weiter zu körperlicher oder sexueller Gewalt.
22
Made with FlippingBook - Online magazine maker